Preis

Der General - Kießling - Preis

 

Der noch zu Lebzeiten des Stifters entworfene Preis besteht in seinem Kern aus einer Bronzemedaille, welche die Front eines historischen Gebäudes der Offizierschule des Heeres (OSH) mit dem Schulwappen abbildet. Darunter steht der Schriftzug: „In Anerkennung der Verdienste um die Traditionspflege im Deutschen Heer“. Der Rand der Medaille weist den Schriftzug „Jahrespreis General - Kießling - Stiftung“ auf. Unter der Medaille befindet sich eine Messingplakette mit der eingravierten Bezeichnung des jeweiligen Preisträgers, dem Standort und der Jahreszahl der Verleihung. Medaille und Plakette sind eingebettet in eine grüne Samteinlage und einen Holzrahmen.  

Neben Verbänden und Einzelpersonen, können auch Arbeiten und Aufsätze, die sich der Thematik des Stiftungszwecks annehmen, ebenso mit dem General-Kießling-Preis ausgezeichnet werden, wie Projekte, Veranstaltungen und Seminare.  

 

2010

Preisträger 2010 (1) - Oberst a. D. Schwier (Gotha/Munster)

Am 17. September 2010 wurde der General - Kießling - Preis erstmalig verliehen. Erster Preisträger wurde posthum Oberst a. D. Cord Schwier. Die Ehrung nahm sein Sohn im Rahmen des Jahrestreffens des Freundeskreises der Heeresaufklärer beim Aufklärungsbataillon 13 in Gotha entgegen. Damit wurde Schwier für seine besonderen Verdienste um die Traditionspflege seiner Truppengattung und als langjähriger Schriftleiter des „Panzerspähtrupp“, des Nachrichtenblattes des Freundeskreises Panzeraufklärer (heute Heeresaufklärer), ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung betonte der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kießling - Stiftung, Oberstarzt d. Res Professor Dr. Gerhard Schindler, dass das langjährige Wirken Schwiers für den „Panzerspähtrupp“ eine einzigartige Lebensleistung darstelle. Es sei Oberst Schwier gelungen „Tradition und Fortschritt miteinander zu verbinden“.

2010

Preisträger 2010 (2) - Panzergrenadierbataillon 122 (Oberviechtach)

Das Panzergrenadierbataillon 122 wurde am 22. Oktober im Rahmen eines feierlichen Appells in Oberviechtach vom Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde, in Anwesenheit des Befehlshabers des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Carl - Hubertus von Butler, ausgezeichnet. Frei nach Hans von Seeckt zitierte Budde: „Traditionen zu bewahren ist gut, aber Traditionen schaffen ist nötig. Das ist unsere Aufgabe“ Das Panzergrenadierbataillon 122 ist seit Jahrzehnten fest verwurzelt in seiner oberpfälzischen Heimat. Seinen Ursprung hat es im Bundesgrenzschutz. Im Kalten Krieg leistete der Verband seinen Beitrag zur Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland. Seit nunmehr 14 Jahren stehe der Kampftruppenverband im weltweiten Einsatz. Zur langjährigen eigenen Traditionspflege des Oberviechtacher Bataillons gehöre neben dem Aufbau und der Betreuung eines Traditionsraums auch die Einbindung nicht mehr aktiver Truppenteile. Die Verleihung des General - Kießling - Preises wurde nach dem feierlichen Bataillonsappell ergänzt durch die Verleihung von Ehrenkreuzen der Bundeswehr in Gold an drei Soldaten für ihre Leistungen im Gefecht bei Kundus. „Die Tradition der Verbände des Heeres wird sich in den nächsten Jahren immer mehr auch zu einer Tradition des Bestehens im Einsatz und im Gefecht entwickeln“, urteilte Budde seinerzeit.

Nach dieser Preisverleihung führte Budde aus: "General Kießling hätte dieser Einstieg in die Stiftungsarbeit erfreut. Ein vorbildhafter Offizier und ein stolzes Kampftruppenbataillon sind die ersten Träger seines Preises." 

2011

Preisträger 2011 (1) - Ausbildungszentrum Munster 
(heute Panzertruppenschule)

Dem Ausbildungszentrum Munster wurde am 22. Juli der General - Kießling - Preis für besondere Förderung der Traditionspflege im Deutschen Heer verliehen. Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde, von 2004 bis 2010 Inspekteur des Heeres, übergab den Preis im Rahmen eines großen Schulappells an Brigadegeneral Klaus Feldmann, General der Panzertruppen und Kommandeur des Ausbildungszentrums.

Budde, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, erinnerte in seiner Ansprache an die Verdienste General Dr. Günter Kießlings, dessen Stiftung vornehmlich der Pflege bundeswehreigener Tradition zu dienen habe. Die Entscheidung des Stiftungsrates, in diesem Jahr das Ausbildungszentrum Munster auszuzeichnen, sei einstimmig erfolgt. Im Motto „Tradition und Zukunft“ des Zentrums komme es zum Ausdruck: „Im Kern ist es eine der ältesten und besonders bewährten Ausbildungseinrichtungen, auch wenn sich Gestalt und Form über die Jahre gewandelt haben“, stellte Budde fest.

2011

Preisträger 2011 (2) - Fallschirmjägerbataillon 263 (Zweibrücken)

Das Fallschirmjägerbataillon 263 hat im Vergleich zu anderen Verbänden des Heeres eine jüngere Geschichte. Aber mit dem im Mai 2009 eingesegneten Ehrenmal für getötete Soldaten wurde in der Zweibrücker Niederauerbach - Kaserne die erste Gedenkstätte für die Opfer der Auslandseinsätze der Bundeswehr geschaffen. Im Frühsommer 2008 waren Fallschirmjäger des Bataillons in Bosnien und Afghanistan ums Leben gekommen. 

Im Rahmen eines feierlichen Appells am 22. September überreichte der Vorsitzende des Stiftungsvorstands der General - Kießling - Stiftung und ehemalige Inspekteur des Heeres, Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde, dem Fallschirmjägerbataillon 263 den Jahrespreis der Stiftung. Damit zeichnete er die Zweibrücker Soldaten für ihre Verdienste um die vorbildliche Pflege der Tradition ihres Verbandes aus.

„Trotz der im Vergleich zu anderen Verbänden jüngeren Geschichte des Zweibrücker Fallschirmjägerbataillons haben die Soldaten einen bedeutenden Beitrag zur Traditionspflege geleistet“, hob Budde in seiner Festrede hervor. Mit dem geschaffenen Ehrenmal für die gefallenen Soldaten des Bataillons ist in der Niederauerbach - Kaserne eine regionale Gedenkstätte für die Opfer der Auslandeinsätze der Bundeswehr geschaffen worden. Insgesamt hat der Standort bisher sieben Gefallene zu beklagen. Im August waren knapp 300 Soldaten des Bataillons aus dem bis dato größten Einsatz aus Afghanistan zurückgekehrt. 

2012

Preisträger 2012 - Panzergrenadierbataillon 263 (Marienberg)

Für die Verdienste um die nachhaltige Pflege der Bundeswehr - Traditionen erhielt das Panzergrenadierbataillon 371 im sächsischen Marienberg am 24. Oktober den Ehrenpreis der General - Kießling - Stiftung. Die Auszeichnung wurde während eines Appells der „Marienberger Jäger“ in der Erzgebirgskaserne verliehen. Als Vorsitzender des Stiftungsvorstands überreichte der frühere Inspekteur des Heeres, Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde, den Preis an den stellvertretenden Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Martin Jarczak. Vor rund 100 Gästen, darunter hochrangige zivile und militärische Vertreter, lobte Budde vor allem auch die besondere Verbundenheit des Bataillons mit seinem zivilen Umfeld.

Der Stifter des Preises, der 2009 verstorbene General Günter Kießling, habe die „Marienberger Jäger“ schon länger im Blick gehabt, unterstrich Budde. Kießling sei insbesondere von dem innigen Verhältnis zwischen den Soldaten und der Stadt Marienberg beeindruckt gewesen. Was sich dort nach der deutschen Wiedervereinigung entwickelt habe, sei beispielhaft, zitierte der Laudator den Stifter des Preises. Während des Appells betonte Oberstleutnant Martin Jarczak, dass die Auszeichnung eine große Ehre und zugleich eine große Verpflichtung für das Bataillon sei. Der Verband befindet sich mit einem großen Teil seiner Soldaten zurzeit noch im Einsatz in Afghanistan.

2013

Preisträger 2013 (1) - Panzergrenadierbataillon 112 (Regen)

Für 2013 hatte die Stiftung beschlossen, zwei Jahrespreise zu vergeben. Zunächst konnte sich bereits zum zweiten Mal ein Truppenteil der Panzerbrigade 12 über diesen Preis freuen. Ausgezeichnet wurde das Panzergrenadierbataillon 112 aus Regen. Gerade weil die Bataillonsführung ganz im Sinne des Staatsmannes und humanistischen Autors Thomas Morus erkannt habe, dass Tradition „Nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“ sei. Dies spiegele sich u. a. in den Bemühungen des Bataillons wider, mit zwei Fördervereinen neue Traditionslinien zu schaffen.

Während sich der Förderverein „Brücke 112“ zum Ziel gesetzt hat, die sinnbildliche Brücke zwischen Zivilleben und Militär zu schlagen, engagiert sich der Förderverein „18. Februar“ vor allem in der Betreuung und Fürsorge von in Not geratenen Soldaten und deren Angehörigen.

Im Rahmen des feierlichen Gelöbnisses der Rekruten des Panzergrenadierbataillons 112 am 07. November in der Patengemeinde Bodenmais überreichte der ehemalige Inspekteur des Heeres und Vorsitzender des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde, dem Bataillonsführer Major Ronny Setzepfandt den Jahrespreis der Stiftung für vorbildliche Traditionspflege im Heer. Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Heiko Diehl, befand sich zum Zeitpunkt des Zeremoniells im Auslandseinsatz in Afghanistan. In seiner Ansprache verdeutlichte Budde, dass militärische Qualität sich nicht nur an Zahlen und militärischen Erfolgen orientiert, sondern auch im Bewusstsein der eigenen Vergangenheit begründet ist. 

2013

Preisträger 2013 (2) - Gebirgsjägerbataillon 232 (Bischofswiesen)

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, von Angehörigen der Soldaten sowie örtlichen Honoratioren fand am 18. Dezember das Feierliche Gelöbnis der jüngsten Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 neben dem Rathaus in Bischofswiesen statt. Im Rahmen dieses Zeremoniells übergab der Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Oberstarzt d. Res. Professor Dr. Gerhard Schindler, den General - Kießling - Preis an den Bataillonsführer des Gebirgsjägerbataillons, Major Eike Gudat. Das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch - Partenkirchen sorgte für die musikalische Begleitung.

„Der kriegserfahrene Frontsoldat General Günter Kießling habe sich Zeit seines Soldatenlebens mit dem Spannungsfeld zwischen Armee und Politik auseinandergesetzt“, so Schindler in seiner Ansprache. Er unterstrich des Weiteren, dass Kießlings Anliegen stets die bewusste und konkrete Traditionspflege im Deutschen Heer gewesen sei. Diesem habe das Gebirgsjägerbataillon 232 in besonderer Weise Rechnung getragen. Schindler erinnerte zudem daran, dass es General Kießling immer sehr wichtig war, dass der Soldat nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu einem positiven Selbstverständnis gelangt und von der eigenen Bevölkerung emotional angenommen und getragen wird. 

Dies griff Bürgermeister Toni Altkofer auf und erklärte, die Soldaten seien seit Langem fester Bestandteil der Gemeinde Bischofswiesen und seiner Nachbargemeinden. Die Integration der „Struber Jager“ in die Bevölkerung habe lange und gute Tradition und die Soldaten hätten sich sowohl in der Heimat, als auch bei ihren Auslandseinsätzen bewährt und sich einen guten Namen gemacht. 

2015

Preisträger 2015 - Offizierschule des Heeres (Dresden)

Mit der Verleihung des General - Kießling - Preises an die Offizierschule des Heeres würdigt der Stiftungsrat vornehmlich die Verdienste dieser militärischen Ausbildungsstätte für die Wiederaufnahme der Tradition der früheren Infanterieschule in Dresden. Dies lag General Dr. Kießling besonders am Herzen, der als 14-Jähriger im Jahr 1940 seine militärische Laufbahn an der Unteroffiziervorschule in Dresden begann. Während der Stationierung zu Zeiten der alten Bundesrepublik in München, Hannover und Hamburg legten die Offizierschulen des Heeres den Grundstein für eine von General Kießling immer wieder geforderte bundeswehreigene Tradition. „Diese Arbeit werde seit vielen Jahren mit großem Erfolg in Dresden fortgeführt“, so der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde.

2016

Preisträger 2016 - Wachbataillon der Bundeswehr (Berlin)

Das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung ist der Verband der Bundeswehr, der vorrangig im protokollarischen Ehrendienst bei Staatsbesuchen und anderen staatlichen Anlässen eingesetzt wird. Gegliedert und ausgerüstet ist es wie ein Infanterietruppenteil. In dieser Eigenschaft ist es im Verteidigungsfall für die militärische Sicherung des Verteidigungsministeriums sowie der Mitglieder und Objekte der Bundesregierung verantwortlich. Die General - Kießling - Stiftung würdigte das Bataillon im Rahmen eines Bataillonsappells am 01. September in Berlin für seine Verdienste und Leistungen beim täglichen Dienst und die vorbildliche Pflege der eigenen Tradition des Verbandes. Das Wachbataillon hat in seiner Existenz während seiner Entwicklung darüber hinaus stets einen bedeutsamen Beitrag zur Traditionspflege für die Gesamtheit der Streitkräfte geleistet. Den Preis überreichte der Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Oberstarzt d. Res. Professor Dr. Gerhard Schindler. Ehrengäste der Stiftung waren nach dem Apell zum nachfolgenden großen Biwak des Wachbataillons bei strahlendem Sonnenschein geladen. Zuvor bestand für sie die Möglichkeit, die beeindruckende Militärgeschichtliche Sammlung des Verbandes in der Julius - Leber - Kaserne zu besichtigen.  

2017

Preisträger 2017 - Ausbildungszentrum Pioniere (Ingolstadt)
(heute Pionierschule)

Die Pionierschule (früher Ausbildungszentrum Pioniere) im Bayerischen Ingolstadt ist der Ort in der Bundeswehr, an dem Tradition und Fachkompetenz der Pioniere zusammenfließen. Die Würdigung des Ausbildungszentrums und Übergabe des Preises erfolgten am 10. Mai 2017 durch den Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, Herrn Generalleutnant a. D. Hans - Otto Budde, im Rahmen eines Treffens von Kameraden des Bundes Deutscher Pioniere e. V.  Die Pionierschule steht nach Auffassung der General - Kießling - Stiftung beispielhaft für die Beibehaltung soldatischer Grundwerte. Ihr Kommandeur bedankte sich für die Anerkennung und betonte, dass Korpsgeist und Traditionspflege bei der Pioniertruppe insgesamt "herausragend" seien.

2019

Preisträger 2019 - Aufklärungslehrbataillon 3 (Lüneburg)

Der Vorsitzende des Stiftungsvorstands der General - Kießling - Stiftung, Generalleutnant a. D. Rainer Korff, hob im Rahmen eines Auszeichnungsappells die außerordentlichen Leistungen des Bataillons im Sinne des Stiftungszwecks hervor und ging hierbei insbesondere auf die intensive Weiterführung der Traditionspflege aufgelöster Verbände, wie der Panzerbrigade 8, Lüneburg, dem Panzeraufklärungsbataillon 1 aus Braunschweig und dem Panzeraufklärungslehrbataillon 11 aus Munster ein. So beinhalte das Traditionsverständnis des Aufklärungslehrbataillons 3 auch eine besondere Verbundenheit zu den genannten bereits aufgelösten Verbänden: „Sie haben sich vorbildlich der eigenen und der Tradition der bereits aufgelösten Truppenteile und Großverbände in der Region Lüneburg angenommen, die Arbeit der Traditionsverbände unterstützt und dadurch im Zusammenwirken mit deren Ehemaligen ein Beispiel gegeben.“, erklärte Generalleutnant a. D. Korff. Unter dem Strich sei es den Lüneburger Aufklärern ein wichtiges Anliegen, den ehemaligen Angehörigen dieser Verbände nach ihrer Auflösung, eine militärische Heimat zu geben. Dieses sei, so Generalleutnant a. D. Korff, den Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ durch ihren großen persönlichen Einsatz gelungen. Den Preis übergab Korff gemeinsam mit dem Kommandeur des Feldheeres, Generalleutnant Johann Langenegger. 

2021

Preisträger 2021 - Infanterieschule (Hammelburg)

Die Preisverleihung an die Infanterieschule erfolgte im Rahmen eines feierlichen Schulappells am 29. Juli. Den Preis übergaben der Kommandeur des Feldheeres, Generalleutnant Johann Langenegger, und der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Rainer Korff, gemeinsam dem Schulkommandeur, Brigadegeneral Michael Matz. Die Infanterieschule ist damit die dritte Ausbildungseinrichtung des Heeres, die den General - Kießling - Preis erhielt.

Im Einzelnen lobten Langenegger und Korff in ihren Ansprachen vor allem die „Lehrsammlung Infanterie“, die „sehr erfolgreich die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit vollzieht“, so Korff. Der Besucher erlebe die Tradition der Truppengattung Infanterie in der Bundeswehr zum Anfassen und könne sie so begreifen und verarbeiten. „Sie haben sich vorbildlich der eigenen Tradition angenommen“, lobte Korff. Des Weiteren führte er aus: „General Kießling war geistig seiner Zeit weit voraus. Er stiftete einen Preis, welcher der Pflege bundeswehreigener Tradition eine besondere Aufmerksamkeit widmet.“ Damit sei er Vordenker einer Entwicklung geworden, die durch den neuen Traditionserlass der Bundeswehr im Jahr 2018 zur einheitlichen Linie für die deutschen Streitkräfte wurde. Korff sagte weiter: „Sie in Hammelburg entsprechen mit Ihrer Arbeit und Ihrem Tun exakt den Zielen des Inspekteurs des Heeres.“ Langenegger betonte: „Die historische Orientierung und Standortbestimmung sind nach wie vor notwendig. Die Angehörigen der Infanterieschule dürfen stolz auf diese Auszeichnung sein.“

2022

Preisträger 2022 - Panzerbataillon 414 (Lohheide)

Das erst ab 2016 aufgestellte deutsch - niederländische Panzerbataillon 414 gehört zur niederländischen 43. Mechanisierten Brigade (Havelte), die ihrerseits Teil der 1. Deutschen Panzerdivision (Oldenburg) ist. Der binationale Verband wurde mit dem General - Kießling - Preis und zugleich mit dem Fahnenband des Bundespräsidenten ausgezeichnet. Die Übergaben fanden im Rahmen eines feierlichen Appells in der Lohheider Niedersachsen - Kaserne statt. Hochrangige Gäste waren der Kommandeur des Feldheeres, Generalleutnant Johann Langenegger, und der Inspekteur des niederländischen Heeres, Generalleutnant Martin Wijnen. 

Der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Rainer Korff, ging in seiner Ansprache zunächst auf die Binationalität des Verbandes ein, indem er die tiefe Integration herausstrich, „wie sie erstmals unterhalb der Brigadeebene“ in Lohheide in Angriff genommen worden sei. In der Begründung für die Auszeichnung hob er die vorbildliche Arbeit des Verbandes in der Traditionspflege hervor: „Sie können darauf mit Recht stolz sein, denn sie verkörpern alleine mit ihrer Existenz die Zusammenführung zweier nationaler Traditionslinien. Sie haben seit Aufstellung den Forderungen der Kießling - Stiftung entsprochen, indem sie sich bewusst mit ihren Traditionen auseinandergesetzt haben, orientiert an den Werten der beiden Verfassungen.“

Generalleutnant Martin Wijnen unterstrich als Kommandant Koninklijke Landmacht und damit oberster Soldat des niederländischen Heeres die Bedeutung des Panzerbataillons 414 für seine Armee: „Die Einbettung des Verbandes in die 43. Mechanisierte Brigade ist die Königsdisziplin in Zusammenarbeit und Integration.“ Dies stellte auch der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Schillemans, mit Blick auf den Dienst seiner Soldaten fest: „In der täglichen Zusammenarbeit überwinden wir die Hürden der Binationalität, gemeinsam kommen wir weiter, denn diese Hürden machen uns noch stärker. Ohne, dass wir es im Alltag merken, sind wir dabei, neue Traditionen zu schaffen. Dabei verbinden uns unsere Tugenden, unser schwarzes Barett und der gemeinsame Wille, für unsere Freiheit zu kämpfen.“ 

2023

Preisträger 2023 - Fallschirmjägerregiment 31 (Seedorf)

Das Fallschirmjägerregiment 31 wurde erst 2014 aus dem Fallschirmjägerbataillon 313, dem Fallschirmjägerbataillon 373 und dem Luftlandeunterstützungsbataillon 272 aufgestellt. Die damit verbundenen Traditionslinien zeigt das junge Regiment sehr eindrucksvoll auf und pflegt sie. Gemeinsam mit dem Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, übergab Generalleutnant a. D. Rainer Korff, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der General - Kießling - Stiftung, den General - Kießling - Preis am 23. Mai im Rahmen eines Regimentsappells an den Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 31, Oberst Eiko Zuckschwerdt. Apell und Preisverleihung waren an diesem Tag eingebettet in eine Programmfolge, bei der sich die Soldaten des Regiments mit ihrem soldatischen Selbstverständnis und dem Wertekompass auseinandergesetzt hatten. Ziel dabei war es, den inneren Zusammenhalt zu stärken und die Haltung und Auseinandersetzung mit dem Auftrag der Bundeswehr zu festigen. Prominenter Gesprächspartner für die Soldaten des Regiments war am Nachmittag der angesehene Militärhistoriker Professor Dr. Sönke Neitzel. 

2024

Preisträger 2024 - Artillerieschule (Idar-Oberstein) 

Die Artillerieschule in Idar - Oberstein ist das Mutterhaus für alle Artilleristen und Mörsersoldaten des Deutschen Heeres. In ihrer Lehrsammlung Artillerie sind Geschichte und Tradition der Truppengattung in beeindruckender Weise dargestellt. Den diesjährigen Jahrespreis übergab der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Rainer Korff im Rahmen eines Schulappells erneut gemeinsam mit dem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, an den Kommandeur der Artillerieschule, Oberst Olaf Tunecke. 

2025

Preisträger 2025 - Freundeskreis Heeresaufklärer (Freyung / Munster) 

Der Freundeskreis Heeresaufklärer ist ein Zusammenschluss von aktiven und ehemaligen Offizieren sowie Reserveoffizieren der Heeresaufklärungstruppe und Panzeraufklärungstruppe der Bundeswehr. Er wurde 1983 an der damaligen Kampftruppenschule II in Munster gegründet. Ziel ist die Förderung des Zusammenhaltes in der Truppengattung und Erhalt der goldgelben Traditionen und Bräuche. Im Freundeskreis sind verschiedene Generationen von aktiven und ehemaligen Aufklärern vereint. Im Rahmen regelmäßiger regionaler und überregionaler Treffen findet ein reger Informationsaustausch und eine intensive Kameradschaftspflege statt.

Ausgezeichnet wurde der Freundeskreis Heeresaufklärer für seine allseits anerkannten Leistungen auf dem Feld der Traditionspflege. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des Jahrestreffens der Heeresaufklärer, welches in diesem Jahr durch das Heeresaufklärungsbataillon 8 in Freyung ausgerichtet wurde. Den Preis überreichte der Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Generalleutnant a. D. Rainer Korff, gemeinsam mit dem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, dem 1. Sprecher des Freundeskreises, Generalmajor Ruprecht von Buttler in Anwesenheit des 2. Sprechers des Freundeskreises, Generalmajor Olaf Rohde, und des Generals der Heeresaufklärungstruppe, Oberst Ralph Malzahn. In seiner Ansprache hatte Korff die zukunftsgerichtete Traditionspflege unter den Aufklärern hervorgehoben, welche sich eben nicht im Verharren und Bewundern des Alten beschränkt, sondern im Offensein für alles Neue und dem Begreifen von Veränderungen auch als Chance zum Ausdruck kommt.

Der Tag dieser Preisverleihung klang aus mit einem Gesellschaftsabend an Bord des Kristallschiffes „MS Donau“ von Passau aus ein gehöriges Stück donauaufwärts und zurück. Am Jochenstein spielte das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch - Partenkirchen zu einer stimmungsvollen Serenade auf.  Bayernhymne und Nationalhymne gaben dem wunderbaren Abend einen krönenden Abschluss. Der General - Kießling - Preis hat zwischenzeitlich einen würdigen Platz in der Heeresaufklärungsschule in Munster gefunden.

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